Fashion verzeichnete 2025 im Schweizer Onlinehandel erstmals seit mehreren Jahren wieder Wachstum. Für Händler ist das positiv, ändert aber nichts an den bekannten wirtschaftlichen Herausforderungen der Kategorie.
Conversion und Retoure gemeinsam betrachten
Eine Produktseite kann sehr gut konvertieren und trotzdem unprofitabel sein, wenn zu viele Bestellungen zurückkommen. Deshalb gehören beide Kennzahlen in dieselbe Optimierungslogik.
Darstellung reduziert Unsicherheit
Grösseninformationen, Material, Passform, Fotos und Bewertungen helfen Kundinnen und Kunden, Erwartungen besser einzuschätzen.
Marke schafft Spielraum
Wer ausschliesslich über Preis konkurriert, leidet besonders unter Retouren- und Werbekosten. Eine klare Positionierung kann Zahlungsbereitschaft und Wiederkauf stärken.
Passform und Erwartung lassen sich nicht mit mehr Werbetext lösen
Eine verständliche Grössenhilfe sollte erklären, wie gemessen wird und worauf sich die Angaben beziehen. Ergänze den Schnitt, relevante Materialeigenschaften und ehrliche Bilder. Kundinnen und Kunden müssen beispielsweise erkennen können, ob ein Artikel körpernah oder bewusst weit ausfällt, sofern diese Beschreibung fachlich zum Produkt passt.
Varianten einzeln auswerten
Eine durchschnittliche Retourenquote kann verbergen, dass nur einzelne Grössen oder Farben problematisch sind. Vergleiche deshalb Artikelvarianten und Rückgabegründe. Prüfe, ob die gelieferten Produkte mit Grössentabelle, Farbdarstellung und beschriebenem Material übereinstimmen.
Ein Praxisbeispiel: Kommen Rückmeldungen zur Länge eines Kleidungsstücks, ist «fällt normal aus» keine ausreichende Information. Konkrete Masse und ein nachvollziehbarer Bezug zum abgebildeten Model können bei der Auswahl helfen. Ob sich die Rücksendungen dadurch verändern, muss anschliessend beobachtet werden.
Wachstum und Profitabilität getrennt messen
Zusätzliche Bestellungen sind wirtschaftlich nur hilfreich, wenn Einkauf, Rabatte, Versand, Retouren und Abverkaufsrisiko mitgerechnet werden. Eine stark rabattierte Restgrösse kann eine andere Aufgabe haben als ein regulärer Bestseller. Bewerte beide nicht mit derselben Umsatzkennzahl.
Verknüpfe Retourendaten mit Einkauf und Produktdarstellung, damit Erkenntnisse in die nächste Bestellung einfliessen. Der Beitrag zur Retourenkostenrechnung zeigt die finanzielle Seite; bessere Produktdaten die operative Verbesserung.
Fazit
Fashion bleibt ein gutes Beispiel dafür, dass E-Commerce-Optimierung nicht bei Klick und Conversion endet.
Hintergrund / Quelle: Weiterführende Originalquelle. Der Beitrag wurde eigenständig für den Schweizer bzw. deutschen Markt verfasst.



