Der EU AI Act erreicht im August 2026 eine weitere wichtige Phase. Für viele Unternehmen ist weniger die abstrakte Verordnung entscheidend als die praktische Frage: Wo setzen wir überhaupt KI ein und welche Transparenzpflichten könnten dafür relevant sein?
KI-Anwendungen inventarisieren
Chatbots, Content-Tools, Bildgeneratoren und automatisierte Kundeninteraktion sollten in einer einfachen Liste mit Zweck, Anbieter und Datenquellen erfasst werden.
Interaktion transparent machen
Für bestimmte interaktive KI-Systeme gelten Anforderungen, Nutzer darüber zu informieren, dass sie mit KI und nicht mit einem Menschen interagieren.
Content-Prozesse prüfen
Bei synthetischen oder manipulierten Inhalten können Kennzeichnungspflichten relevant werden. Deshalb sollten Freigabe und Dokumentation Teil des Content-Prozesses sein.
Transparenz dort prüfen, wo Menschen die KI tatsächlich erleben
Erstelle eine Übersicht aller sichtbaren KI-Anwendungen: Chatbot, automatisch erzeugte Medien, unterstützte Beratung und andere relevante Funktionen. Beschreibe jeweils, wer die Anwendung bereitstellt, wer sie betreibt und was Nutzer sehen. Erst danach lässt sich der konkrete Anwendungsfall rechtlich einordnen.
Ein praktischer Test für einen Shop-Chatbot
Öffne den Chat als neuer Besucher und prüfe, wie die Funktion erklärt wird. Ist verständlich, dass eine KI beteiligt ist? Werden Grenzen und eine mögliche Übergabe an einen Menschen nachvollziehbar kommuniziert? Teste auch Situationen, in denen der Chat keine belastbare Antwort hat oder eine verbindliche Entscheidung verlangt.
Die EU-Kommission erläutert die Transparenzpflichten nach Artikel 50 in ihren Leitlinien zu Anbietern und Betreibern von KI-Systemen. Die Anforderungen sind nach Rolle und Anwendung zu prüfen, nicht pauschal auf jeden mit KI bearbeiteten Text zu übertragen.
Was Marketing und Technik gemeinsam klären sollten
Wer erstellt notwendige Hinweise, wo werden sie angezeigt und wie bleiben sie bei neuen Funktionen erhalten? Wer prüft die tatsächlich ausgespielten Inhalte? Ein Hinweis in einer internen Projektbeschreibung erreicht Besucher nicht. Umgekehrt ersetzt ein sichtbarer Hinweis keine Prüfung der sonstigen Anforderungen.
Dokumentiere Anwendung, verantwortliche Person, geprüfte Grundlage und Freigabestand. Der Beitrag zum AI Act im betrieblichen Einsatz behandelt die übergreifende Organisation. Datenschutz bleibt ein eigener Prüfbereich.
Fazit
Der AI Act ist ein gutes Argument, KI nicht als Sammlung individueller Tools zu betreiben, sondern als transparente Applikationslandschaft.
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Hintergrund / Quelle: Weiterführende Originalquelle. Der Beitrag ist eine eigenständige Einordnung für WebSchneiderei.



